Abnehmer in Deutschland gefunden: Meltblown-Vlies aus dem Reifenhäuser Technikum geht nur noch an Hersteller von Masken, für medizinische Einrichtungen und Pflegedienste im deutschen Markt. Die Suche nach industriellen Verarbeitern geht weiter.

Reifenhäuser Reicofil hat für das Vlies, das aktuell im Technikum produziert und für die Herstellung von Gesichtsmasken dringend benötigt wird, Abnehmer in Deutschland gefunden. Weiterhin geht Material an öffentliche oder karitative Initiativen, die in manueller Arbeitsweise Gesichtsmasken für Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegedienste herstellen. Reifenhäuser hatte die Verfügbarkeit des Materials vor zwei Wochen über eine Pressemitteilung publik gemacht, nachdem zu Beginn der Vliesstoff-Produktion trotz großer Bemühungen keine Abnehmer in Deutschland und Europa gefunden werden konnten.

Mittlerweile übersteigt die Nachfrage nach dem Material die Produktionsmenge aus dem Technikum um ein Vielfaches. Dr. Bernd Kunze, Geschäftsführer der Reifenhäuser Reicofil, erklärt die Entwicklung so: „Innerhalb der letzten zwei Wochen haben sich viele Initiativen gegründet, die Masken in Handarbeit nähen. So sind innerhalb kürzester Zeit zumindest kleine Produktionskapazitäten in Deutschland entstanden, die nun beliefert werden wollen. Wir haben aus den vielen Anfragen sehr bewusst die Initiativen ausgewählt, die effizient arbeiten und Masken schnell und zuverlässig zuerst dort hin liefern, wo sie am dringendsten benötigt werden.“

Für Reifenhäuser bleibt die Abgabe an manuelle Fertiger dennoch nur ein Teilerfolg. So überwältigend das große Engagement auch sei – die so produzierten Mengen seien angesichts des Gesamtbedarfs für medizinische Schutzkleidung nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn auch die Bevölkerung flächendeckend mit Masken versorgt werden soll, stiege der Bedarf in die Milliarden. Zur eigentlichen Lösung des Problems brauche es deshalb in Deutschland und Europa eigene industrielle Produktionsstandorte mit geschlossenen europäischen Lieferketten sowie ein entschlossenes Handeln der Politik. Ziel müsse es sein, Europa jetzt und auch langfristig selbstständig und wettbewerbsfähig mit Schutzmaterial zu versorgen.

Bernd Reifenhäuser, CEO der Reifenhäuser Gruppe, sagt: „Wir brauchen eine strategische Produktionsreserve für medizinische Schutzkleidung in Europa. Wir müssen die Maschinenkapazität zur industriellen Fertigung von Masken in hoher Stückzahl schnell aufbauen, gleichzeitig müssen aber auch die entsprechenden Kapazitäten zur Produktion des dafür nötigen, hochwertigen Vliesstoffes in Europa entstehen. Sonst bleibt unsere Abhängigkeit an einer entscheidenden Stelle der Lieferkette bestehen. Andere Nationen haben das teilweise deutlich früher erkannt und bereits Anlagen geordert.“

Um den Prozess auch in Deutschland zu beschleunigen, hat die Politik ein Programm aufgesetzt, mit dem die Investitionen der Industrie durch Abnahme- und Preiszusagen abgesichert werden sollen. Diese Zusage soll zunächst bis Ende 2021 gelten. Reifenhäuser bewertet die Maßnahme als wichtig und richtig, sieht allerdings auch noch Bedarf zur Feinjustierung.

Bernd Reifenhäuser sagt: „Die Laufzeit des Programms sollte aus unserer Sicht verlängert werden. Bis Ende 2021 werden sich hochwertige Maschinen nicht amortisiert haben, die wir zur Sicherstellung der Qualität und zur langfristigen internationalen Wettbewerbsfähigkeit benötigen. Hilfreich wäre zudem eine ergänzende Aussage zum Gesamtjahresbedarf für Schutzkleidung, ähnlich wie Macron sie für Frankreich bereits getätigt hat. Wir sollten mögliche Synergien in Europa unbedingt nutzen. Alle Kerntechnologien und das Know-how zur gemeinsamen Lösung des Problems sind in Europa vorhanden.“

Über Reifenhäuser Reicofil GmbH & Co. KG

Reifenhäuser Reicofil, ein deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, ist der weltweit führende Anbieter kompletter Spinnvlies-, Meltblown- und Compositeanlagen. Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren erfolgreich im Geschäft und hat bisher mehr als 260 Produktionsanlagen weltweit installiert. Reifenhäuser Reicofil gehört zur familiengeführten Reifenhäuser Gruppe, einem Spezialisten für Kunststoffextrusionsanlagen und –Komponenten mit 1.600 Mitarbeitern weltweit. CEO der Reifenhäuser Reicofil ist Dr. Bernd Kunze.
www.reifenhauser.com, www.reicofil.com, www.medicalsafety-reifenhauser.com

Ansprechpartner/in

Tanja Kühn-Söndgen
Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 2241 23510-480
E-Mail tanja.kuehn-soendgen@reifenhauser.com

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